2. Wie sehen wir die das Kind umgebende Gesellschaft?

Unser gesellschaftliches Zusammenleben ist charakterisiert durch schnelle Veränderungen.

Die Familien werden immer kleiner bis hin zur Ein-Eltern-Ein-Kind-Familie.

Bindungen werden leichter und damit schneller aufgelöst. Außerdem ist das Familienleben immer stärker geprägt durch die Trennung von Berufs(er)leben und dem Alltag zu Hause - und zwar bei einer Berufstätigkeit von Mutter und Vater. Die Berufserfahrungen werden somit zunehmend isoliert von denen des Alltags.

Stress (in der Hauptsache "Zeitstress") und Arbeitslosigkeit und viele andere Sorgen prägen die Erwachsenen und damit auch ihre Kinder. Gleichzeitig sind die Kinder immer früher, häufiger und stärker in professionelle und spezialisierte Ausbildungs- und Freizeitinstitutionen eingebunden: "getimte" Leistungsanforderungen!

Zunehmend sekundäre Erfahrungen bei einer steigenden Zahl von Informationen insgesamt (Wissensmenge) beeinflussen auch das Denken und Handeln der Kinder direkter und früher. Das bedeutet, dass die Zahl und Intensität von Reizen steigt und gleichzeitig die direkten Erfahrungsmöglichkeiten sinken (... "Verschwinden der Kindheit").

Die Mobilität von uns allen ist einerseits höher (weiter und schneller), aber für Kinder auch schwieriger: ohne entsprechende Mittel kein spontanes Spielen und Treffen mit Freunden in der unmittelbaren Umgebung ... Stadtleben, Verkehr.

Wie sehen wir Erziehung?

Ziel aller Erziehung ist es - unserer Meinung nach - zu ermöglichen, dass sich jedes Kind selbstständig und aktiv zu einem "Mündigen Menschen" entwickeln kann, der zu selbständigem und verantwortungsvollem Denken, Handeln und Gestalten in der Lage ist der autonom und mit kritischem Bewusstsein zur persönlichen Verantwortung für die gesamtgesellschaftlichen Aufgaben befähigt und bereit ist der in der Lage ist, individuelle Bedürfnisse, die Wünsche des Mitmenschen und gesellschaftliche Anforderungen in Einklang zu bringen.