Schulreife, wie sie das Kultusministerium definiert und uns als Zielvorstellung dient:

  • Selbstvertrauen und Zuversicht, d.h. das Kind ist sich seiner physischen und psychischen Kräfte sicher und damit frei von Angst vor Versagen oder Misslingen
  • Gruppenfähigkeit oder Sozialibilität, d.h. das Kind ist fähig, sich in der Gruppe wohlzufühlen und zu handeln
  • Sensibilität für den anderen oder das andere, d.h. das Kind ist bereit, bei seinen Handlungen die Position des anderen und dessen Eigenart zu erkennen, anzuerkennen und zu berücksichtigen
  • Entscheidungsfreudigkeit oder Spontaneität, d.h. das Kind ist fähig und bereit, sich selbst Ziele zu setzen und die Mittel dafür zu suchen: es bedarf nicht ständiger Anweisung und Anleitung
  • Beweglichkeit oder Flexibilität, d.h. das Kind ist bereit, sein Verhalten, seine Meinung zugunsten einer anderen, einer mehr angemessenen, aufzugeben, es ist nicht festgefahren
  • Kritisches Vermögen, Urteilsfähigkeit oder Reflektivität, d.h. das Kind ist fähig zu vergleichen, zu verallgemeinern, zu schließen; es begnügt sich nicht mit der ersten oder einzigen Ansicht des Gegebenen
  • Zuverlässigkeit, d.h. das Kind ist in der Lage und willens, sich auf die übernommene Aufgabe zu beschränken (konzentrieren), sie sachgerecht auszuführen (präzise zu arbeiten) und sie zu Ende zu bringen (Ausdauer)

Sobald ein Kind Schulkind wird, besteht eine Anwesenheitspflicht, ein Soll an Arbeitsaufträgen (Tagesplan, später Wochen- und Monatsplan hinsichtlich des Kompetenzerwerbs in den Schulfächern Deutsch und Mathe; vgl. Bildungsplan 2004) und die Teilnahmepflicht an Projekten (MeNuK). Am Beginn steht der Tagesplan, nach dem jedes Kind fünf Aufgaben ("eine Hand voll") am Tag erledigen muss: ein Material aus dem Zahlenraum, ein Material aus dem Buchstabenraum, einmal aus der Puste kommen, die Welt beschenken (ein eigenes kreatives Werk im künstlerischen oder musischen Bereich erstellen) und eine Frage an die Welt stellen und diese beantworten.

Sprachen

Eine erste Begegnung mit anderen Sprachen (insbesondere Französisch und Englisch) ist bei uns in den Tagesablauf und in die vorbereitete Umgebung integriert. Wie bieten den Kindern neben den deutschen Bild-, Sach- und Lesebüchern auch solche in anderen Sprachen an. Weiter singen wir Lieder in Französisch und Englisch und spielen spezielle Sprachspiele, die ein freudiges „Eintauchen“ in diese fremden Sprachen erleichtern und fördern. Insbesondere sind bei uns aber auch Kinder willkommen, die Deutsch nicht als Muttersprache erlernt haben oder zweisprachig aufwachsen. Auch hier soll der gegenseitige Austausch Bereicherung bieten.

Computer (Ähnliches gilt für alle Medien!)

Die Benutzung eines Computers kann nicht nur als Lernhilfe dienen (Lernprogramme), sondern übt für Kinder auch einen Reiz aus, mit seiner Hilfe bereits erworbene Schreib-, Lese- und Rechenfähigkeiten zu erproben und auszubauen. Sinnvoll eingesetzt (d. h. nicht ausschließlich) können hiermit auch erste Fähigkeiten in der Beherrschung dieses medialen Hilfsmittels erworben werden. Daher stehen Computer auch bei uns den Kindern zur Verfügung.

Noten Rückmeldung

Ein Montessori-Prinzip ist die Rückmeldung, die die Kinder immer erhalten, wenn sie mit Lernmaterial arbeiten. Diese Art der Rückmeldung ist auch für uns sehr wichtig. Sie bestimmt bereits den Turmbau des Kindergartenkindes: bricht der Turm zusammen, wird beim Neubau verändert vorgegangen. Auch unsere Lernmaterialien im Zahlen- und Buchstabenraum geben individuell Rückmeldung, ob das Problem gelöst wurde bzw. ob das Ziel erreicht wurde (integrierte Fehlerkontrolle).

Zusätzlich beobachten wir die Kinder in ihrem Tun und ergänzen diese Rückmeldung im Gespräch mit den Kindern. In Tages-, Wochen- und später Monatsplänen wird gekennzeichnet, was wann wie erledigt wurde. Dies ist eine weitere Form der Rückmeldung hinsichtlich des erreichten Lernstandes an die Kinder, an die Eltern und an die begleitenden Pädagogen.

Weiter halten wir es aber auch für wichtig, die Kinder auf die Leistungsabfrage und Leistungsbewertung der weiterführenden Schulen (im späteren Leben?) vorzubereiten. Daher ist in die Wochenpläne des erfahrenen Schulkindes ein regelmäßiger Test integriert: Sowohl die mathematischen Fähigkeiten wie auch die Fähigkeiten im Schreiben und Lesen werden einmal in 14 Tagen "abgefragt", das heißt, die Kinder können sich testen, ob sie zu einem bestimmten Zeitpunkt ohne Hilfsmittel die Aufgaben eines Lernniveaus bewältigen können. Auf diese Weise können wir auch die Vergleichsarbeiten, die in Ba-Wü vorgeschrieben sind, durchführen und feststellen, wann ein Kind die Kompetenzen von Klasse 1,2 und die von Klasse 3,4 erreicht hat. Dies ist auch wichtig für Kinder, die unser Haus vorzeitig verlassen müssen (Umzug).

Die Kompetenzen im Fächerverbund MeNuK werden dagegen deutlich in der Präsentation des erworbenen Wissens eines einzelnen Kindes oder einer Gruppe vor den anderen Kindern.

Religion

Unser KinderLernHaus ist ein Teil der Stadt Freiburg und unseres Landes. Neben den Zielen, die Kinder zu mündigen Menschen zu befähigen, soll ihnen auch christliches Gedankengut und dessen Grundwerte und Bräuche vermittelt werden. Daneben ist für uns Toleranz und das Interesse an anderen Religionen, Bräuchen und Sitten ebenso wichtig.

Die Aufnahme in das KinderLernHaus steht allen Kindern unabhängig von einer konfessionellen Religionszugehörigkeit offen. Die Überzeugung der Eltern wird respektiert. "Religionserziehung" ist bei uns kein Teil eines Stundenplans. Unser oben beschriebenes Bild vom Kind und seiner Entwicklung, sowie Motiv und die Art unserer Begleitung der Kinder in ihrem Wachsen umfasst all das, was wir unter Religion verstehen:

Selbstbewusstsein, Selbstwertschätzung, Verantwortung für die Schöpfung, den Mitmenschen und die Natur, Toleranz, und das Streben nach einem Gleichgewicht zwischen Geist, Körper und Seele bilden die Grundhaltung für all unser Tun.