Elternarbeit = Zusammenarbeit mit den Eltern der Kinder nimmt bei uns einen hohen Stellenwert ein.

Eltern vertrauen uns ihre Kinder für eine Zeit an. Sie lassen die, die sie am meisten lieben, in der Regel zum ersten Mal längere Zeit ohne ihre Anwesenheit. Sie übertragen uns einen großen Teil der Verantwortung, die Kinder (auch) für das weitere Leben (Schule, Beruf) vorzubereiten. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir dabei übernehmen. Wir können dieser am besten gerecht werden, wenn wir eng mit engagierten Eltern zusammenarbeiten.

Der wertschätzende gegenseitige Austausch von Erfahrungen, Erlebnissen während des Aufwachsens des Kindes und nicht zuletzt der unterschiedlichen Erziehungsansichten und -stile sind die Basis für die Zusammenarbeit. Darauf aufbauend ergeben sich immer wieder Situationen oder Möglichkeiten, bei denen die Überlegungen des jeweils anderen Erziehenden erfahrbar sind und so eine gegenseitige Unterstützung möglich wird. Elternabende (thematisch gebundene neben dem allgemeinen Austausch über pädagogische und (sozial)politische Themen) dienen diesem Austausch, wenn sie regelmäßig stattfinden.

Eltern können zu vielen Zeitpunkten am Leben des KinderLernHauses teilnehmen, indem sie zum Beispiel Gespräche mit den jeweiligen Pädagogen führen, am freien Spiel und Arbeiten (ohne Ziehen) teilnehmen, einen Beitrag zu einem Projekt leisten, Feste mitgestalten oder z.B. bei der Materialerstellung, bei Gartenarbeiten, Ausflügen oder der Darstellung von Berufen tatkräftig mithelfen und vieles mehr. Auch auf die praktische Hilfe ist das KinderLernHaus immer wieder angewiesen. Gerade hierbei ergeben sich vielfältige Kontakte der Eltern untereinander, aber auch zu den Erzieherinnen ... aber wünschenswert ist, dass Eltern selbst die Initiative ergreifen und entscheiden, wie sie aktiv werden wollen und können.

Kindergarten – Schule – das „Leben“

Die beste Vorbereitung auf die Schule und das weitere Leben ist es, wenn die Kinder ihre natürliche Neugier und Lernlust behalten und entsprechend selbstbewusst und eigenständig auf das Neue und Unbekannte zugehen. Die Selbstständigkeit im Denken und Fragen sowie die Selbstsicherheit im Antworten suchen und finden ist hierfür die beste Grundlage.
Das freie Spielen (bzw. Arbeiten) sehen wir als Chance, diese Basis für das Schullernen aufzubauen und zu stärken. Alle Tätigkeiten während des Freispiels sind umso "effektiver" (im Sinne des Erwerbs von Fähigkeiten und Kenntnissen), je mehr sie von dem jeweiligen Kind selbstbestimmt gewählt und gestaltet werden. Unterstützt wird diese Vorbereitung, wenn Schule und Kindergarten zusammenarbeiten, d.h. die Schule und ihre PädagogInnen müssen wissen, was die Kinder im Kindergarten erleben und erfahren, und der Kindergarten (Eltern und PädagogInnen) muss wissen, was auf die Kinder in der Schule zukommt, bzw. was von ihnen erwartet wird.

Das ist die tragende Idee des KinderLernHauses:

Das Spielen und Lernen im Kindergarten geht fließend in ein Lernen in der Schule über: die Kinder bleiben im gleichen Haus zusammen mit den Erwachsenen, die sie bisher begleitet haben, und sie leben und lernen weiterhin mit älteren und jüngeren Kindern gemeinsam. Jedes Kind zeigt durch die Dauer und Art seiner Lerntätigkeiten, wann es für ein Lernen und den Erwerb der Kompetenzen bereit ist, die innerhalb der Grundschule erreicht werden müssen. Sobald die motorischen, sozialen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten das Interesse und die Bereitschaft für Material dieser (höheren) Lernstufen signalisieren und auch die Fähigkeit zu länger anhaltender Konzentration sowie zu Tagesplanarbeit (später Wochen- und eventuell Monatsplanarbeit) fähig ist, wird das Kind Schulkind. Das feiern wir natürlich auch im KinderLernHaus: für jedes Kind individuell wie seinen Geburtstag! Wir meinen, dass auf diese Weise die Entwicklung und das Lernen der Kinder günstigere Rahmenbedingungen hat: individuelle Lernwege, Lerntypen und Lerngeschwindigkeiten werden berücksichtigt und längerfristige Beziehungen können aufgebaut werden.